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meinen - eine richtig ganze Nacht mit der wirklich beeindruckenden Edelhure "Domenica" auf St. Paulis Herbertstraße, ich 'adopierte' den Zigarrenkönig Zino Davidoff, düpierte den Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki (der mir dafür prompt die Absolution verweigerte) und "stiftete" dafür aber die Ehe von Frau und Herrn Dürrenmatt und und und ... Wohl bekamen der Südfunk und ich miteinander ab und an Lob und gar einige Fernsehpreise, aber es gab "wegen Nonkonformismus" auch heftige Beschwerden und wahre (schwäbische) Publikumsverrisse: "So einen wie Sie, Naegele, so einen sollte man mit einem Putzlappen ganz langsam totschlagen." Tempi passati: Manches war besser, manches war schlechter. Aber hier sind sie nun: meine Erinnerungen an die abgelaufene Fernsehzeit, als die Einschaltquote noch keine Kategorie, kein Maßstab war.
1939 in Ellwangen an der Jagst geboren, großgeworden in Oberschwaben, 1954 bis 1960 Ausbildung zum (jüngsten) württembergischen Bezirksnotar, danach Abendgymnasium in Stuttgart, 1965 bis 1969 Jurastudium und Staatsexamen an der Universität Tübingen. 1969 bis 1999 als Moderator, Filmemacher und Regisseur beim Südfunk Stuttgart, zuletzt, bis zur Fusion von SDR und SWF Leiter der Dokumentar-Abteilung. Seit 2000 im "Unruhestand": freier Journalist, Autor, Galerist, gestaltete zuletzt sieben Städteporträts als "Filmreisen in die Vergangenheit" für das Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart.
Kommentar der Redaktion: Ich hatte noch das Vergnügen Manfred Naegeles eiträge zu erleben. Damals wurde im Fernsehen noch experimentiert. Freier Journalismus stand ganz oben im Kurs. Als Student der 68er kam er eigentlich durch Zufall zum SDR. Es macht Spaß sich die Geschichten der Pionier Fernsehzeit anzuhören. Damals riskierte man noch etwas, auch wenn manchmal etwas schief lief. Es macht einfach Spaß dem Kultjournalisten zuzuhören. Wer sich für Fernsehgeschichte interessiert ist mit diesem Buch perfekt beraten.
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