Der erzählte Körper

Viola Belghaus

Der erzählte Körper

Reimer

In diesem Buch werden die 'Hagiographischen Bildzyklen' der Reliquienschreine Karls des Großen und Elisabeths von Thüringen erstmals im Zusammenhang mit der Installation und Propagierung des Heiligenkults untersucht.
Viola Belghaus zeigt, dass die Bildviten zu einem Mittel politischer Argumentation wurden: Beim Karlsschrein wurde der Karolingische Kaiser in seiner doppelten Funktion als Heiliger und Idealherrscher präsentiert, um das Beanspruchte Krönungsprivileg des Aachener Marienstiftes mit der Tradition des Heiligen zu verbinden. Am Bildprogramm des Elisabethschreins verdeutlicht die Autorin, wie die

thüringischen Landgrafen sich der Armutsheiligen bemächtigten, sie in ihre fürstliche Legimitation integrierten und damit letzlich neu interpretierten. Aachen und Marburg waren also nicht nur populäre Wallfahrtsorte, es entwickelte sich vielmehr ein exklusiver, auf Adel und Klerus zugeschnittener Kult.

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