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Rupieper / Sperk Die Lageberichte der Geheimen Staatspolizei zur Provinz Sachsen 1933 - 1936 Band 2 Regierungsbezirk Merseburg Auflage 2004 Miteldeutscher Verlag GmbH
Der vorliegende Band stellt auf den ersten 30 Seiten die allgemeine politische und gesellschaftliche Lage im Regierungsbezirk Merseburg zur damaligen Zeit vor, sowie das damalige Berichtswesen. Im zweiten Teil finden sich umfangreich 42 Lageberichte von Staatspolizeistellen und Regierungspräsidium Merseburg.
Die Lageberichte geben ein sehr anschauliches Bild von den damaligen Ausdrucksformen bzw. des amtlichen Sprachgebrauchs. Ebenso wird hier sehr anschaulich die damalige Bewertung der verschiedensten Vereine, der gesellschaftlichen und politischen Lage und der Betätigung von Personen vermittelt. Ebensfalls gut nachvollziehbar wird die Wandlung zur Einseitigkeit der Staatspolizei. Während 1934 noch von Erschwernissen der Kampfgemeinschaft für rote Sportgemeinschaft gesprochen wird und mitgeteilt wird, daß diese den Auftrag zur Zersetzung hätten und dem erfolgreich nachkommen würden, finden sich in späteren Jahren die übliche Führerverehrung. Es findet sich in den späteren Berichten auch die Abstrahierung der Ansichten. Während früher von Einzelpersonen die Rede ist, kommt immer mehr der Bauer, der Beamte, das Bürgertum in die sprachliche Anwendung. Ohne jetzt psychologische Studien betreiben zu wollen, dürfte aber der Sprachwandel der Lageberichte ein beredes Bild des Wandels der geistigen Haltung im damaligen Deutschland belegen. Das vorliegende Buch ist keine Auswertung oder Wertung, sondern eine reine Dokumentation der amtlichen Berichte zur gesellschaftlichen und politischen Lage in dem damaligen Regierungsbezirk Merseburg, so daß der Leser sich ein eigenes Bild machen und auch zwischen den Zeilen lesen kann. Als historische Entwicklungslinie und Wiedergabe der "amtlichen" Zeitzeugen ist das Buch sehr empfehlenswert, wenn man diese Berichte im historischen Kontext sieht.
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