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Mariposa - Zauber eines Gartens
Wasmuth Verlag
Ein Leben lang war Hans-Jürgen Müller Partner von Künstlern und durfte Zeuge sein und beobachten, wie bedeutende Kunstwerke entstanden, er konnte mitverfolgen, wie sich Menschen durch Kunst veränderten und ihre Wahrnehmungsfähigkeit zu verfeinern wussten. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass mit der Zeit bei ihm der Wunsch reifte, sich auch selbst einmal als Gestalter zu versuchen. Der Bildband zeigt, was man als ehemaliger Galerist zu schaffen imstande ist, wenn die eigene Erfahrung mit Kunst und Künstlern behutsam auf einem Stück Land umgesetzt wird, auf dem die Natur außer Felsen, Kakteen, Wolfmilchgewächsen und einigen Palmen nichts Sehenswertes zugelassen hatte. Alles, was auf dem 20.000 qm großen Gelände seit 1993 gebaut wurde, verdankt seine Form dem Gefühl, dem Betrachten, der Imagination. Pläne, Zeichnungen, Skizzen störten eher die angestrebte Harmonie, als dass sie nützten. Wann immer es möglich war, wurden Materialien der Insel verwendet. Doch kamen auch zerbrochene Dachziegel, Tonscherben, Marmorbruch, gebrauchte Blechdosen, Kiefernnadeln – Abfallprodukte aller Art – zum Einsatz. Als Krönung des Ganzen entstanden Skulpturen, die gleichberechtigt neben kunstgewerblichen Arbeiten von der schöpferischen Kraft des Menschen zeugen. Geschaffen wurde so ein Ort der Schönheit, der seine Besucher verzaubert. Dostojewskis Behauptung, dass Schönheit die Welt erlöse – sie wird auf Mariposa nachvollziehbar.
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