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Kommentar der Redaktion: Oje, wahrscheinlich fange ich mir jetzt wieder eine ganze Menge Ärger ein denn gerade bei Themen wie Hartz IV werde manchmal etwas aggressiv und verfalle vielleicht auch den Stammtisch Parolen. Natürlich lassen mich die im Buch beschriebenen Fälle nicht kalt, aber mal der Reihe nach. Ich habe in meinem Umfeld freiberufliche Kollegen die auch nicht viel mehr Geld zum leben haben, als ein Hartz IV Empfänger und trotzdem nicht klagen. Tatsache ist nun mal, dass wir in Deutschland in einem gigantischen Reichtum leben. Mit Armut verbinde ich die Situation wie wir sie gerade in Afrika wahrnehmen müssen. Das ist schlimm.Wenn ich aber die allein erziehende Hartz IV Empfängerin sehe, die mit der Zigarette im Mund über unseren Sozialstaat beschwert kriege ich ne handfeste Krise. Klar, wenn man sein Geld für seine Sucht, Markenklamotten und einen grossen Fernseher und Playstation ausgibt, dann darf man sich nicht wundern wenn das Geld vorne und hinten nicht reicht. Ich weiss, manche politischen Kräfte wollen das nicht hören.
Ich gebe es ja zu dass das Leben als Hartz IV Empfänger nicht einfach sein kann. Aber mal ehrlich, wer hat es schon einfach in unserem Leben. Bekommt doch der Hartz IV Empfänger Leistungen, die die arbeitende Bevölkerung teuer bezahlen muss. Ich durfte dies kürzlich bei meinem Zahnarzt bemerken. Während ich über 2000 Euro bezahlen darf, bekommt der Hartz IV Empfänger diese Kosten alle bezahlt. Ich könnte das Gegenbuch schreiben, wie gut es Hartz IV Empängern eigentlich geht, aber auch dieses Thema will man eigentlich nicht hören.
Im Buch wird zum Beispiel erklärt dass durch die Arbeitslosigkeit viele zum Alkohol greifen. Das ist richtig. Aber warum? Mein Nachbar ist Hartz IV Empfänger. Bekommt die Miete und den Regelsatz bezahlt, also ca. 700 Euro und muss dafür gerade mal 4 Bewerbungen im Monat machen. Also mal ehrlich, wenn mir Jemand 700 Euro zahlt und ich muss wöchentlich einen Brief schreiben, dann würde ich dem die Füsse küssen. Statt dessen lässt man sich bis auf den letzten Tag Zeit und liefert dann ein paar Pseudobewerbungen ab. Ich würde beide Autorinnen gerne mal einladen um sich die Fälle anzuschauen die ich in der Nachbarschaft kenne. Das wäre dann auch ein gutes Buch.
Was wir brauchen sind gute Sozialarbeiter, die sich um diese Menschen kümmern. Und wir brauchen mehr Forderungsmaßnahmen. Ich spreche bewusst von Forderung, denn Förderung erhalten die Leute doch sicher genug. Oder sehe ich da etwas falsch. Wenn Jemand an meiner Kritik was zu meckern hat, bitte gerne, man erreicht mich unter webmaster@fachbuchkritik.de .
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