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Oetjen/Endriß Leitfaden zur Untersuchungshaft 1999 DAV
Der Leitfaden stellt auf 32 Seiten kurz das Recht der U-Haft dar. Die Darstellung ist kurz und übersichtlich und allgemein gehalten. Sie will kein rechtswissenschaftliches Nachschlagewerk sein, auch nicht dem Praktiker Tips und Tricks für die Verhandlung mit dem Haftrichter geben. Es werden hier die Grundzüge der U-Haft dargestellt, sowie auch die rein praktischen Fragen der Häftlinge bzw. deren Angehöriger, wie Alkohol, Radios, Besuchsregelungen, Eigengeld, Telefongespräche.
Warum das kleine Buch aber bei keinem Strafverteidiger fehlen sollte, ist darin begründet, daß hier die gleichen 32 Seiten der Darstellung des Rechts der U-Haft nicht nur in Deutsch, sondern auch in folgenden Sprachen wiedergegeben wird: -Englisch -Französisch -Italienisch -Spanisch -Türkisch -Albanisch -Arabisch
Es wäre zwar schön, wenn die Übersetzung noch in weitere Sprachen erfolgt wäre, aber bereits diese Übersetzungen dürften schon ausreichen, einen Großteil der ausländischen Straftäter -wenn diese oder ihre Angehörigen lesen können- das Recht der U-Haft zu erklären. Wenn der ausländische Mandant oder seine Angehörigen die deutsche Sprache nur bruchstückhaft beherrschen, so muß nicht irgendwo ein Dolmetscher gesucht werden, dem dann im Zweifel die Fachausdrücke fehlen, sondern es kann hier an Hand der identischen Texte versucht werden, die U-Haft schriftlich zu erklären. Der Text ist entsprechend einfach und verständlich gehalten.
Das Buch dürfte damit ein ausgezeichnete Arbeitshilfe für einen Strafverteidiger in unserer Multi-Kulti-Gesellschaft sein. Warum der Verlag dieses Werk nicht weiter beworben hat, ist hier unverständlich, zumal es auch bei Gerichten guten Anklang fand.
Die Anschaffung kann daher dem Praktiker nur empfohlen werden. Aber auch der Laie, insbesondere ein Ausländer einer der o.g. Sprachen kann sich hier auf wenig Seiten über die U-Haft informieren, so daß hier auch eine Empfehlung für den Laien ausgesprochen werden kann.
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