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Ruben Doc Cavazos
Vor wenigen Respekt - vor nichts Angst
Statt Verlag
Wenn Ruben nach der Arbeit als Röntgentechniker in der Uniklinik der University of Southern California seine Klamotten wechselt, wird er zu der Person, als die er bekannt und in einigen Fällen auch gefürchtet ist: Doc, internationaler Präsident des Mongols MC, den am schnellsten wachsenden und bestüberwachten Club der gesamten USA. In Wirklichkeit sind die Mongols ein eingeschworener Haufen Männer, die Spaß am Leben, an Partys und langen, leeren Straße haben. Aber wer ihnen zu nahe tritt, wird merken, daß die Mongols das nicht mögen. Die Hells Angels, die ukrainische sowie die mexikanische Mafia und nicht zuletzt staatliche Stellen mussten dies erkennen. In «Vor wenigen Respekt, vor nichts Angst!» erzählt Doc das erste Mal die Geschichte der Mongols und ihrer Kämpfe ums Überleben.
Kommentar der Redaktion: Die Geschichte von Doc ist sicher die Geschichte von vielen 1%ern. Die Mongols, die jetzt auch versuchen in Deutschland Fuss zu fassen werden sicher bald die 5 Macht innerhalb der deutschen Bikerszene werden. Neben den Hells Angels , Bandidos , Gremium und Outlaws sind sie dann der fünfte Grossclub. Die Geschichte von Doc ist hochinteressant. Das Buch berichtet über einen ganz normalen Röntgentechniker der sich am Feierabend auf sein Bike setzt und dann in einer anderen Welt lebt.
Durch die Undercoveragenten , in Reihen der Mongols, gerät Doc ins Gefängnis und schreibt in der U-Haft das Buch. In seinem uch erzählt Doc von einem verschworenen Männerbund mit Freude am Motorradfahren, an wilden Festen und am harten Leben voller Widersprüche und auch einer guten Portion Gewalt. Die Selbstverteidigungshaltung aber auch Angriffslust und der Stolz der Gruppe werden hier sehr eindrücklich geschildert. Ihr "Kampf ums Überleben" ist ein Kampf um Selbstbehauptung (gegen andere Gruppen), eine Verteidigung der eigenen Lebensregeln und ein Versuch, sich einen Platz auf der Welt zu definieren und zu erhalten. In dem Buch wird für mich sehr gut deutlich, welche Motive Menschen dazu treiben, sich mit dieser Truppe und ihrer Mentalität und ihren Regeln verbunden zu fühlen. Ob diese Motive für eine eigene Ich-Schwäche sprechen oder Ausdruck einer festen aber falschen Weltüberzeugung und Haltung sind, sei dahingestellt.
Immer wieder scheint auch für mich die Angst durch, etwas zu verpassen, vielleicht auch die Angst, wirklich erwachsen zu werden und die Regeln der Welt zu akzeptieren. Ist also "Vor wenigen Respekt, vor nichts Angst" gerade das Buch eines Mannes, der mehr Angst hat, als er zugibt, von einem, der wenige respektiert, weil er sich selbst nicht respektiert? Vieles muss man dazu zwischen den Zeilen lesen und sich selbst dazu reimen. Der Autor selbst jedenfalls legt seine Seele hierzu nicht sehr weit offen. Und doch spürt man, wieso der Spaß an leeren Straßen und rauschenden Partys letztlich oft die Angst vor einem leeren Leben verdecken soll. Fazit: Den Leser erwartet hier ein im Gefängnis und im Rückblick durchaus spannendes und gut geschriebenes Buch über Lebenskonflikte und die Mentalität hinter den Kulissen eines kriminellen Outsider Clubs.
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